Das topologische Feldermodell einfach erklärt. Vorfeld, Mittelfeld, Nachfeld und Satzklammer mit Beispielen und Methoden zur sicheren Satzanalyse. Jetzt kostenlos lernen!
Jeder deutsche Hauptsatz lässt sich in fünf Positionen einteilen.
Das Vorfeld steht vor dem gebeugten Verb. Im Aussagesatz wird es von genau einem Satzglied gefüllt. Was dort steht, ist das, worüber der Satz spricht.
Die Klammer ist das typische Merkmal des deutschen Satzes. Das gebeugte Verb links und ein zweiter Verbteil rechts halten den Hauptsatz zusammen.
Das Mittelfeld liegt zwischen den beiden Klammerteilen. Hier steht das meiste: Subjekt, Objekte und Angaben. Die Reihenfolge ist beweglich, folgt aber Gewohnheiten.
Das Nachfeld steht hinter der rechten Klammer und ist meist leer. Dort landen oft ganze Nebensätze und Vergleiche, die sonst das Mittelfeld zu schwer machen würden.
Weil die Klammer den Satz zusammenhält, darf das Mittelfeld locker bleiben. Man kann die Satzglieder umstellen, ohne dass der Satz auseinanderfällt. Sprachen ohne diese Klammer, etwa das Englische, haben eine viel festere Wortstellung.
An der Stelle des gebeugten Verbs erkennt man den Satztyp. Es gibt drei Möglichkeiten: an zweiter Stelle, ganz vorne oder ganz hinten.
Das gebeugte Verb steht direkt hinter dem Vorfeld. So bauen wir Aussagesätze und Fragen mit Fragewort.
Das Vorfeld bleibt leer, das gebeugte Verb steht ganz vorne. So entstehen Ja/Nein-Fragen und Befehle.
Das gebeugte Verb rutscht ans Satzende. So sehen Nebensätze aus, die mit Wörtern wie weil oder dass beginnen.
| Verb steht | Satztyp | Erkennungszeichen | Beispiel |
|---|---|---|---|
| V2 | Aussagesatz | Vorfeld besetzt | Die Pilotin fliegt. |
| V2 | Frage mit Fragewort | W-Wort im Vorfeld | Wohin fliegt sie? |
| V1 | Ja/Nein-Frage | Vorfeld leer | Fliegt sie heute? |
| V1 | Befehl | Vorfeld leer | Flieg vorsichtig! |
| VE | Nebensatz mit Konjunktion | weil, dass, wenn, ob… | …weil sie fliegt. |
| VE | Relativsatz | der, die, das … | …die heute fliegt. |
| VE | indirekte Frage | ob, wohin, wer… | …ob sie fliegt. |
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Die Wortart- und Kasusbestimmung stützt sich auf das statistische Sprachmodell von spaCy sowie LingMorph-v1 und die Tagsätze der germanistischen Schulgrammatik. Das Feldermodell folgt der etablierten topologischen Beschreibung des deutschen Satzes.
Die LingMorph-v1 ist eine Engine welche auf spaCys statistischen Modellen aufbaut und sie mit drei unabhängigen, voneinander abgekoppelten Modulen ergänzt: Wortarten-Klassifikation nach STTS-Feinklassen, Kasus- und Merkmals-Erkennung und topologisches Feldermodell. Die Engine ist dabei erfahrungsgemäß fehlerresistent: Jede Teilanalyse ist einzeln gekapselt, sodass ein Fehler niemals die gesamte Ausgabe zerstört. Sie nutzt Adjektiv-Suffix-Erkennungen zur Korrektur von Fehltaggungen, Kopula-Kontext-Heuristiken für prädikative Adjektive und mehrere automatische Fallbacks. Mögliche Unsicherheiten werden aus Konfidenz-Scores heraus erkannt und durch UI-Warnungen transparent gemacht.