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Grammatik // Morphologie

Wortarten einfach erklärt

Wortarten einfach erklärt. Nomen, Verb, Adjektiv, Adverb, Pronomen etc. mit Merkmalen, Beispielen und Methoden zur sicheren Bestimmung. Jetzt kostenlos lernen!

01

Alle Wortarten auf einen Blick

Ob ein Wort zu einer Wortart gehört, entscheidet man an zwei Fragen: Lässt es sich beugen, und an welcher Stelle im Satz darf es stehen? Erst beide Antworten zusammen ergeben ein klares Bild.

NSubstantivBrücke, Mut
VVerbsingen, backen
AdjAdjektivmutig, eisig
AdvAdverbheute, drüben
ArtArtikelder, die, ein
PnPronomenwir, jemand
PrPräpositionhinter, trotz
KKonjunktionoder, obwohl
NumNumeralesieben, zweite
PartPartikelhalt, sogar
Wortarten lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Man unterscheidet zwischen veränderlichen und unveränderlichen Wortarten.
Veränderlich (flektierbar)
Deklinierbar
  • N Substantiv
  • Adj Adjektiv
  • Art Artikel
  • Pn Pronomen
  • Num Numerale (teils)
Konjugierbar
  • V Verb
Unveränderlich (unflektierbar)
  • Adv Adverb
  • Pr Präposition
  • K Konjunktion
  • Part Partikel
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Veränderliche Wortarten (flektierbare Wortarten)

Diese Wörter passen ihre Form an: nach Fall, Zahl, Geschlecht oder Zeit. Man unterscheidet die deklinierbaren von der einen konjugierbaren Wortart, dem Verb.

N

Substantiv (Nomen)

Benennt Lebewesen, Dinge, Vorgänge und auch Abstraktes wie Gefühle oder Ideen.

Woran man es erkennt
  • beugbar nach Kasus und Numerus
  • festes Genus (der, die, das)
  • wird stets großgeschrieben
Im Satz
  • Kern der Nominalphrase
  • kann Subjekt oder Objekt sein
  • verträgt sich mit Artikel und Adjektiv
Beispiele
Ndie Brücke, der Wal, der Mut
Beugung:Nom: Wal · Dat: Wal · Gen: Wals · Pl: Wale
Die Großschreibung ist im Deutschen ein verlässlicher Hinweis: Was mitten im Satz groß geschrieben wird, ist meist ein Substantiv.
V

Verb

Das Verb ist das Hetzstück des Satzes. Es sagt, was geschieht, und legt fest, welche Mitspieler der Satz braucht.

Woran man es erkennt
  • beugbar nach Person und Numerus
  • Tempus und Modus
  • unbeugbare Formen: Infinitiv, Partizip
Untergruppen
  • Vollverben: tragen eigene Bedeutung
  • Hilfsverben: haben, sein, werden
  • Modalverben: dürfen, mögen, sollen
Beispiele
Vsie singt, wir backen, ihr schwimmt
Beugung:ich backe · du bäckst · er backt · wir backen
Im Aussagesatz steht das gebeugte Verb an zweiter Stelle, im Nebensatz dagegen ganz am Ende. Mehr dazu auf der Feldermodell-Seite. Feldermodell
Adj

Adjektiv

Nennt Eigenschaften. Es kann ein Nomen näher beschreiben, nach einem Verb stehen oder eine Tätigkeit charakterisieren.

Woran man es erkennt
  • passt sich dem Nomen an (Kasus, Numerus, Genus)
  • lässt sich steigern
  • bleibt nach dem Verb ungebeugt
Drei Gebrauchsweisen
  • am Nomen: das knusprige Brot
  • nach dem Verb: Das Brot ist knusprig.
  • beim Verb: Sie singt leise.
Beispiele
Adjmutig, eisig, samtweich, flink
Steigerung:flink · flinker · flinkst-
Vor einem Nomen bekommt das Adjektiv eine Endung: der eisige Bach. Nach sein, bleiben, wirken bleibt es endungslos: Der Bach ist eisig.
Art

Artikel

Begleitet das Substantiv.

Bestimmter Artikel
Kasus Mask. Fem. Neut. Pl.
Nom. der die das die
Akk. den die das die
Dat. dem der dem den
Gen. des der des der
Unbestimmter Artikel
Kasus Mask. Fem. Neut.
Nom. ein eine ein
Akk. einen eine ein
Dat. einem einer einem
Gen. eines einer eines
Funktion
  • bestimmt (der, die, das): meint etwas Bekanntes
  • unbestimmt (ein, eine): führt etwas Neues ein
  • macht Genus und Kasus sichtbar, wo das Nomen sie verbirgt
Eine Möwe landet. (irgendeine)
Die Möwe landet. (eine bestimmte, schon erwähnte).
Pn

Pronomen

Steht für ein Nomen oder verweist auf jemanden im Gespräch. So vermeidet man lästige Wiederholungen.

Untergruppen
  • Personal: wir, ihr, sie
  • Possessiv: unser, euer
  • Demonstrativ: dieser, jener
  • Relativ: der, die, das, welche
  • Indefinit: jemand, etwas, manche
Beispiele im Satz
PnWir warten am Steg.
PnDas Boot, das dort liegt, gehört uns.
PnJemand hat die Tür offen gelassen.
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Unveränderliche Wortarten (unflektierbare Wortarten)

Diese Wörter behalten immer dieselbe Form. Die meisten bilden geschlossene Gruppen, in die kaum neue Mitglieder hinzukommen. Dazu zählen Adverb, Präposition, Konjunktion und Partikel.

Adv

Adverb

Sagt, wann, wo, wie oder warum etwas geschieht. Es bezieht sich meist auf das Verb oder den ganzen Satz.

Typen
  • Ort: drüben, oben, nirgendwo
  • Zeit: heute, bald, neulich
  • Art: gern, kaum, anders
  • Grund: deshalb, darum
Beispiele
AdvSie ruft heute an.
AdvDer Schlüssel liegt drüben.
Ein Adverb kann allein vor dem Verb stehen: Neulich kam die Nachricht.
Pr

Präposition

Stellt ein Nomen in Beziehung zum Rest des Satzes und verlangt dabei einen bestimmten Kasus.

Kasusforderung
  • + Akk: für, ohne, gegen, um
  • + Dat: aus, bei, seit, von, zu
  • + Dat/Akk: hinter, neben, zwischen
  • + Gen: trotz, während, wegen
Beispiele
Prhinter der Scheune (Dat)
Prum den Teich (Akk)
Es gibt Wechselpräpositionen wie hinter, neben, über. Sie nehmen bei ruhender Lage den Dativ, bei Bewegung den Akkusativ an.
K

Konjunktion

Verbindet Wörter, Satzteile oder ganze Sätze. Sie kann gleichrangig verknüpfen oder einen Nebensatz einleiten.

Typen
  • nebenordnend: oder, aber, sondern, denn
  • unterordnend: obwohl, damit, falls, bevor
Beispiele
KSie malt oder sie näht.
KWir bleiben, obwohl es stürmt.
Part

Partikel

Ein Sammelbegriff für kleine Wörter, die kein eigenes Satzglied bilden, aber Färbung und Nachdruck geben.

Untergruppen
  • Abtönung: halt, eben, bloß
  • Grad: recht, ziemlich, allzu
  • Fokus: sogar, ausgerechnet, nur
  • Verneinung: nicht, kein
Beispiele
PartDas war halt Pech.
PartSogar der Hund schwieg.
Abtönungspartikeln sind typisch fürs Gespräch. Lässt man sie weg, bleibt der Inhalt gleich, nur der Ton wird nüchterner.
Bitte achte auf korrekte Groß- und Kleinschreibung (z. B. bei Nomen). Das statistische Sprachmodell benötigt diese Struktur, um Wortarten und Satzfelder fehlerfrei bestimmen zu können.

Mehr Material

Fachlich fundiert

Die Wortart- und Kasusbestimmung stützt sich auf das statistische Sprachmodell von spaCy sowie LingMorph-v1 und die Tagsätze der germanistischen Schulgrammatik. Das Feldermodell folgt der etablierten topologischen Beschreibung des deutschen Satzes.

Die LingMorph-v1 ist eine Engine welche auf spaCys statistischen Modellen aufbaut und sie  mit drei unabhängigen, voneinander abgekoppelten Modulen ergänzt: Wortarten-Klassifikation nach STTS-Feinklassen, Kasus- und Merkmals-Erkennung und topologisches Feldermodell. Die Engine ist dabei erfahrungsgemäß fehlerresistent: Jede Teilanalyse ist einzeln gekapselt, sodass ein Fehler niemals die gesamte Ausgabe zerstört. Sie nutzt Adjektiv-Suffix-Erkennungen zur Korrektur von Fehltaggungen, Kopula-Kontext-Heuristiken für prädikative Adjektive und mehrere automatische Fallbacks. Mögliche Unsicherheiten werden aus Konfidenz-Scores heraus erkannt und durch UI-Warnungen transparent gemacht.

Verwendete Literaturgrundlagen
  • Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. 5. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2012.
  • Eisenberg, Peter: Grundriss der deutschen Grammatik. Band 1: Das Wort. 5. Aufl. Stuttgart: Metzler 2020.
  • Pittner, Karin / Berman, Judith: Deutsche Syntax. Ein Arbeitsbuch. 7., erw. Aufl. Tübingen: Narr 2021.
  • Wöllstein, Angelika: Topologisches Satzmodell. 2. Aufl. Heidelberg: Winter 2014 (= Kurze Einführungen in die germanistische Linguistik 8).